13.01.2016

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Gedanken zu einer Neuen Medienkritik

Die Medienkritik ist in keinem guten Zustand und daher werde ich den neuen Dienst Übermedien abonnieren, der heute startet.

Der Zustand der Medienkritik liegt zum einen daran, dass sie in Medien erfolgt und daher zwangsläufig ein Akt der Selbstbeobachtung ist, der immer einen blinden Fleck hat. Damit ist nicht nur gemeint, dass der Kritiker sich selbst nicht direkt beobachten kann, sondern dass er als Teil eines Mediensystems Veränderungen in ihren Methoden, Formaten und Stilmitteln nur schwer ermitteln kann: Er wird durch sein Tun zu seinem Standpunkt und seinen Verteidigungsallüren gedrungen, ist durch Beziehungen besonders verführbar – er ist sozusagen „mittendrin“, bis hin zu boulevardesken Anbiederungen und Empörungstexten. Das ist keine Theorie aus dem Elfenbeinturm. Fehlende Distanz ist bei Branchendiensten wie DWDL, aber auch bei Zwistigkeiten unter Twitter-Medienaccounts gut zu beobachten (der Profi wendet Kritik in Aufmerksamkeit um).

Der Zustand der Medienkritik liegt zum anderen aber auch daran, dass Medienkritik als „embedded Journalism“ in Medienprodukten nicht sonderlich gut funktioniert. Berufskritiker mit ihren Mini-Ressorts stehen unter extremem Zeitdruck, etwa bei Fernsehkritik. Wenn sie ihre Aufgabe schon länger ausführen, müssen sie dem gelangweilt-geschmäcklerischen Nörgeln widerstehen, was nicht immer gut gelingt. Mancherorts ist auch Voreingenommenheit, etwa gegen öffentlich-rechtliche oder private Rundfunkanbieter oder gegen Google, sehr deutlich spürbar, sie erschüttert das Vertrauen in Kritiker und Marke. Positive Beispiele, wie die Altpapier-Medienkolumne des epd, sind rar (herzliche Leseempfehlung!). WatchBlogs wie BILDblog, so sinnvoll sie sein mögen, arbeiten sich ständig an Gleichem ab. Dabei unterliegen sie der Gefahr, monoton, langweilig und vor allem selbstgefällig zu wirken.

Ich bin zwar regelmäßig entsetzt über die Qualität der Meldungen in Massenmedien, aber glaube doch, dass sie insgesamt im internationalen Vergleich gute Dienste leisten. Man darf den kritischen Blick nicht auf einem einzelnen Text verharren lassen, sondern muss ihn auf den gesamten Prozess medialer Verarbeitung richten. Über mehrtägige Zeitspannen etwa, man sieht es recht gut bei der Verarbeitung der Übergriffe zu Silvester in Köln, wird sehr wohl recherchiert, korrigieren sich Fehler, wird Neues noch oben gespült – Nachrichtenverarbeitung ist eben auch ein evolutionärer Prozess, bei dem Information mutiert und selegiert wird, bei dem Massenmedien sich gegenseitig beobachten, bei dem auch Medienkritik anwächst – was notwendig zu Erkenntnisgewinnen im Ganzen führt (der einzelne Leser ist dabei nach der ersten Meldung mitunter dennoch für Erkenntnis verloren).

Eine wirklich neue Problemqualität im Journalismus haben wir aber erst seit dem Internet. Erstens hat die Anzahl obskurer Angebote in den letzten Jahren dramatisch zugenommen, man denke nur an Kopp, DWN und viele andere (mir schwemmen beinahe täglich ansonsten kompetente Menschen obskure Quellen in die Streams und Chroniken). Zweitens haben wir immer mehr Meinungsangebote, die mit Verve und Angriffslust einen Standpunkt verbreiten, an dessen Richtigkeit sie nicht nur keinen Zweifel haben, sie erwägen Gegenargumente nur zum „Abschuss“ – ich denke hier an Tichy, der sich für meinen Geschmack zunehmend verrennt. Wir haben drittens obskure Aktivisten, Beispiel die sogenannten Netzfrauen, die in unsäglicher Beharrlichkeit Falschmeldungen verbreiten, aber auch Angebote mit desinformativer Agenda (RT). Dass unter ökonomischem Druck von etablierten Massenmedien viele Klickbaits veranstaltet werden, das ist bekannt: unsinnige BREAKINGs bei SpOn, das Hamburger Abendblatt meldet abwegige Strafanzeigen, selbst F.A.Z. und DLF versuchen es auf Facebook im heftig-style, überall zigfach weitergedrehte Böhmermann-Inszenierungen und dergleichen mehr. Fünftens: Neue Emo-Formate lese ich mit großer Sorge, etwa in WELT und FAZ, aber vor allem bei den Angeboten für die Generation Y (bento & Co): verschriftlichte Einpersonen-Gehirnspaziergänge sind Literaturformen bar jeder Analyse, zumeist mit pubertärem oder leicht narzisstischem Einschlag, sie treiben das Publikum in die Kommentarspalten. Sechstens: Der Shitstorm wirkt als Turbolader. Siebtens: Die Umwelt von Medien wird immer verwechselbarer. Die Medialisierung der Politik nimmt zu, Supermärkte machen Storytelling, Content Marketing nebst Native Advertising dringen durch alle Ritzen. Dass Selbstkritik schwierig ist, dass wissen wir. Mit der Medialisierung von schlicht allem wird es noch schwieriger, weil das Selbst sich nicht mehr vom Nichtselbst unterscheiden kann.

Das ist kein Grund für eine Mahnung vor dem Untergang der Öffentlichkeit, so wie wir sie bisher kannten. Erstens hatte die alte Öffentlichkeit ihre eigenen Probleme, etwa stärkere Gatekeeper, zweitens gibt es auch positive Gegentendenzen (der Link etwa führt Pro und Contra immer wieder zusammen) und drittens sind Menschen ja erstaunlich resistent gegen mediale Öffentlichkeit. Sie verdummen nicht, noch machen sie einfach, was man ihnen sagt.

ABER: Es braucht ein Gegengewicht, dass sich dieser neuen Phänomene annimmt. Ich wünsche mir von Übermedien eine andere Art von Kritik. Nämlich keine Unterhaltung in Form von geschmäcklerischer TV-Kritik, keinen Moralfuror hinsichtlich manipulativer Wortwahl, keine tausendste Genderdiskussion und auch keine Hinweise auf doofe täuschende Diagramme (besser gesagt: macht das, aber es interessiert mich nicht). Was mich interessiert:

  • Beobachtung von Shitstorms (Auslöser, Wellen-Segmente, Muster)
  • FactWatches zu aktuellen Themen (geklärte Sachverhalte vs. Unklare Meldungen und Gerüchte)
  • Hintergrundberichte zu obskuren Angeboten (wer ist Akteur, wie wird das Angebot finanziert etc.)
  • Regelmässig goldene ÜberZitronen für obskure Angebote
  • Analysen zu algorithmischer Öffentlichkeit (was sind die Trending Topics und wer hat sie gemacht?)
  • Analysen von sozialen Erregungswellen (wer hat wann was geschrieben und wie hat es sich aufgeschaukelt)
  • Zitier- und Retweet-Kartelle in Social Media, Genese von Hashtags, themenbezogene und intransparente Netzwerkstrukturen
  • Es wird noch mehr geben, wenn man mehr nachdenkt.

Eine Neue Medienkritik darf nicht nur Medien in Blick nehmen, sie sollte alle Formen der Öffentlichkeit abdecken und darf den Prozess bis zum Leser nicht aussparen. Eine neue Öffentlichkeit macht neue Probleme. Welche Institution fühlt sich bisher zuständig? Eine Lücke, die Übermedien und andere füllen können.

(Ich könnte dazu noch mehr schreiben, aber ich wollte eigentlich nur beweisen, dass ich sehr wohl noch blogge, liebes Altpapier. Ausserdem muss ja einer hier die Schmutzarbeit machen und alle beschimpfen.)

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21 Komentare zu
“Gedanken zu einer Neuen Medienkritik”

  1. Guter Anlass, über Medienkritik allgemein nachzudenken. Ich freue mich, dass es Übermedien geben wird und gute Arbeit hoffentlich bezahlt wird. Auf meine Wunschliste käme noch ein medienkritisches Angebot, das Jugendliche erreicht. Und breitenwirksam ist. Es sollte auch jenseits der Filterblase wahrnehm- und rezipierbar sein.

  2. Michael sagt:

    Es ist dieser Tage bestimmt alles andere als einfach mit so viel Kritik überschüttet zu werden. Jeder kann seine Meinung Kund tun, seine Überzeugungen zügellos im WWW hinausposaunen. An alle Journalisten, die hier gute Arbeit leisten, möchte ich meinen herzlichsten Dank aussprechen!

    Genauso schwierig ist es für jeden einzelnen von uns, sich ein Bild vom berichteten Geschehen zu machen. In einer Welt voller Geheimdienste, welche von Tag zu Tag allmächtiger werden und praktisch über dem Gesetz stehen, finde ich gewisse paranoide Tendenzen fast schon normal.

    Probleme entstehen dann, wenn etwas, warum auch immer, gefiltert wird oder Meldungen mit Meinungen eingefärbt werden. So war die Berichterstattung über die Flüchtlingskriese im letzten Jahr geprägt von einer sehr links eingefärbten Ideologie. Hierbei wurden Menschen der anderen Seite des Spekturms nicht angehört und eingefangen. Vielleicht geschah dies aus politischer Korrektheit. Es überhäuften sich Bilder von armen Kindern und Familien, die den kleinsten Teil der einströmenden Menschen ausmachten. Als ich darauf hinwies, dass sich in einem unkontrolliertem Zustrom, unter Umständen auch Terroristen mischen könnten, hieß es nur, dass unser BKA dafür keine Erkenntnisse hätte. Und noch schlimmer, es wurde versucht die Befürchtung im Keime ersticken zu lassen, indem entgegnet wurde, dass diese Menschen doch gerade vor diesen Terroristen flüchten würden, wie könnte man nur so rassistisch sein und die in einen Topf zu schmeißen. Wie sich jetzt herausstellt, hatte unser Geheimdienst entweder wirklich keine Informationen oder hat uns belogen. Jemand, der auch letzteres für möglich hält, ist in unserem kollektiven Verständnis ein Verschwörungstheoretiker.

    1. Christoph Kappes sagt:

      Tja, was soll ich antworten? Wenn ich jetzt antworte, dass ich gar keine „sehr links eingefärbte Ideologie“ habe und anders argumentiere als Sie, dann glauben Sie mir nicht.
      Was muss ich tun, dass Sie mir glauben?
      Wenn ich etwa sagen würde, ja UNTER UMSTÄNDEN KÖNNTEN (Max-Goldt-Stimme) sich Terroristen unter Frauen und Kinder MISCHEN. Aber unter WELCHEN Umständen und WARUM? Warum sollten ausgerechnet sich Terroristen als Flüchtlinge ausgeben, wenn sie doch problemlos in die EU einreisen können, und zwar so gut, dass sie hier jahrelang polizeibekannt herumspazieren, bevor sie schiessen oder explodieren? Die letzten Terroristen kamen ja aus Paris. Kommen nicht UNTER UMSTÄNDEN (Max-Goldt-Stimme) auch Terroristen mit dem Zug aus PARIS (Max-Goldt-Stimme), vielleicht direkt an den Kölner HAUPTBAHNHOF (Max-Goldt-Stimme)?

      1. Michael sagt:

        Doch, das glaube ich Ihnen.

        Warum sollten sich ausgerechnet Terroristen unter Flüchtlinge mischen?
        Ich finde den Gedanken halt nicht so abstrus wie Sie. Zum einen wäre es eine Strategie, einen Keil zwischen Flüchtlingen und der aufnehmenden Gesellschaft zu treiben, zum anderen würde man einfach unbemerkt eine größere Anzahl in das Gebiet bekommen. Ca. 200.000 sind doch noch nicht einmal regestriert. Da frage ich mich einfach, wieso eigentlich?

        1. Christoph Kappes sagt:

          Aber schauen Sie sich doch mal die Fakten an. Ich nehme spontan zwei Attentate, deren Täter bekannt sind:
          Die Attentäter von Nine-Eleven stammen entweder aus Hamburg (4 an der Zahl) oder aus wohlhabenden Familien aus Saudi Arabien.
          Die Attentäter von Charlie Hebdo sind alle in Frankreich geboren.
          So, und nun nehmen wir diese drei Tätergruppen und Sie sagen mir bitte:
          1. Kann man mit Einreisekontrollen verhindern, dass Hamburger nach Köln kommen und dort Frauen vergewaltigen?
          2. Warum sollten junge wohlhabende Männer aus Saudi Arabien sich wochenlang unter Flüchtlingstrecks mischen, womöglich noch frieren, beklaut werden, von Schleppern abgezockt aus Schiffen fallen, bis sie ertrinken?
          Wenn Sie solche Phantasie haben, schreiben Sie doch schöne Fantasy-Bücher, kann ja auch dystopisch sein, das verkauft sich extrem gut gerade.

          1. Michael sagt:

            Ja, absolut wasserdicht, was sie da sagen. Vielen Dank, dass Sie mich wieder auf die richtigen Gedanken gebracht haben.

          2. Christoph Kappes sagt:

            Ich denke seit Tagen: Das haben Sie nicht ernst gemeint. Erst haben Sie nicht vertraut, dann ich nicht: Jetzt haben wir den Salat.

          3. Michael sagt:

            Das stimmt. Es war auch nicht ganz Ernst gemeint. Und hierfür möchte ich mich entschuldigen.

            Sie haben mir aufgezeigt, warum Sie meine Gedanken für nicht plausibel halten, und das ist okay. Ich bin einfach nur der Auffassung, dass wenn Geheimdienste involviert sind, auch die ungeheuerlichsten Dinge möglich sein können. Betrachte ich die Welt durch diesen Filter, sehe ich zwangsläufig auch eine andere Welt. Wichtig dabei finde ich, sich dessen bewusst zu sein und das Ganze auf einer Art Metaebene zu betrachten, um sich nicht dogmatisch an etwas festzuklammern, sondern einen flexiblen Standpunkt zu haben.

            Ich glaub, worauf es nun wirlich ankommt, ist, dass wir Liebe in unseren Herzen tragen und allen Menschen um uns herum, ohne Vorurteile gegenüber treten.

          4. Kai Strohwange sagt:

            Ganz vielleicht möchten Sie Ihre Sätze noch mal überdenken. Die Indizien verhärten sich, dass sich auch Terroristen unter die Flüchtlinge gemischt haben. Aber Sie stimmten ja lieber in den Kanon ein, der vor einem halben Jahr gesungen wurde. Nicht alle Terroristen scheinen mit dem Privatjet zu hierher zu kommen.

          5. Christoph Kappes sagt:

            Lieber Herr Strohwange,
            ja, warum sollten sich Terroristen auch _nicht_ unter die Flüchtlinge mischen? Das würde ich auch tun. Und wenn nicht unter die Flüchtlinge, dann würde ich anders einreisen.
            Herzlich
            C.K.

  3. Weitgehende Zustimmung. Frage mich nur, was bei uns distanzlos heißen sollte. Von uns arbeitet niemand – beispielsweise – für den NDR. Ich freue mich über Übermedien.de als gebündelte neue Heimat dessen, was Stefan und Boris Rosenkranz auch bislang schon geboten haben. Besonders spannend ist das auch im Hinblick auf das Geschäftsmodell. Da drücke ich aus eigener Erfahrung jedem Unternehmer die Daumen, der in Journalismus investiert.

  4. steinhau sagt:

    Die von Christoph Kappes aufgezählten Anregungen und Erwartungen an die (neue) Medienkritik lesen sich (für mich) eher wie die Agenda für angewandte Medienwissenschaften, wie Rezeptions- und (Medien-)Wirkungsforschung. Diese gibt es ja schon länger, aber wie Wissenschaftler (meistens) so sind, scheuen sie die Echtzeit, sie beobachten die Natur (und des Menschen Verhalten) gründlich und analysieren dann nachhaltig – aber eben mit (großem) Zeitverzug.

    Um die genannten Analysen, Analysen, Factwatches und weitere Evaluationen aber in Echtzeit zu liefern, müssten demnach die (neuen) Medienjournalisten selbst (noch intensiver) wissenschaftlich vorgehen. Also nicht nur auf die Facebook-Filterblasen-Straße gehen und in den Twitter-Timeline-Stammtisch hören, sondern (vor allem) in und aus all den wilden, weiten, wirren digitalen Resonanzräumen viele, viele Daten aggregieren, diese vergleichbar machen und interpretieren (lernen). Dies ruft wohl nach neuen (sekundierenden) Datenjournalisten, die sich (tatsächlich) für Medienwirkung interessieren … (Zwischenruf aus den Hochschul-Seminaren: „Laaaaangweilig!“)

    Nun wird ja derartige Wirkungsforschung längst betrieben, aber jene Medienmarktforscher vermessen die Resonanzaktivitäten und -potenziale der Medienpublik (bisher) hauptsächlich im Auftrag der und für die Werbewirtschaft. Ach ja, und für die Reichweiten- und Quotenschieler, die aber alle im selben Boot sitzen, und nicht nur Kursziele setzen sondern im Zweifel auch in die publizistischen und journalistischen Ruder greifen (und die Medienkritik gern mal Baden gehen lassen).

    Insofern erfüllen sich die Kappes’schen Wünsche an eine neue Medienkritik vermutlich nur laaaaaangfristig. Für ÜberMedien allein – so sehr man den beiden mutigen Machern auch Fähigkeiten und Möglichkeiten von geradezu Marvel’schen Ausmaßen anlobt – dürfte das eine ÜberForderung sein.

  5. Toller Artikel! Klug und klasse in seiner Veranschaulichung und Zusammenfassung der Medien. Vor allem gefällt mir das Bild vom evolutionären Prozess als Wahrheitsfindung. Allerdings musste ich beim »verschriftlichte Einpersonen-Gehirnspaziergänge« etwas schlucken, weil ich über den Gedanken stolperte, selbst einer dieser Gedankengeher zu sein. Darüber muss ich nachdenken…

  6. Scrutoniac sagt:

    Zunächst eine philosophische Randbemerkung: Wenn Wahrheitsfindung bloß eine evolutionäre Tätigkeit ist, würde das bedeuten, das man noch skeptischer gegenüber den Medien zu sein hat, als es bisher der Fall war.
    Ich muss nämlich davon ausgehen können, das Journalisten die Regeln der Logik befolgen weil diese Regeln objektiv wahr sind und nicht weil unserer Gehirn diese Regeln erfunden oder adaptiert hat z.B. aus rein pragmatischen Gründen weil sie dem Überleben dienlich waren etc.
    Ein evolutionärer Erkenntnisprozess führt also nicht notwendig zum Erkenntnisgewinn, sondern würde diesen eher sabotieren.

    Zur Medienkritik würde ich trotz des gesagten Vorschlagen auch den psychologischen Faktor ins Blickfeld zu nehmen.
    In letzter Zeit ist mir aufgefallen, das die Medien ihre Leser scheinbar zu verachten pflegen oder für dumm halten. In einer Woche 2 Kolumnen bei SPON die das intelektuelle Niveau großer Bevölkerungsschichten beklagen.
    Vielleicht haben wir es hier mit dem psychischen Mechanismus der Projektion zu tun – Die journalistischen Beschweidwisser mögen die anderen Beschweidwisser (Lügenpresse ‚Kritiker‘) einfach nicht, weil beide sich so ähnlich sind und den gleichen Wahn teilen?

    1. Christoph Kappes sagt:

      Verstehe nicht. Ich habe doch gar kein Allaussage aufgestellt, „ein evolutionärer Erkenntnisprozess führt notwendig zu Erkenntnisgewinn“.

  7. m sagt:

    Oh, sehe ich jetzt erst, dass das im ersten Satz deutlich gemacht ist. Na dann, löschen Sie das. ^^

  8. m sagt:

    Und ich sehe jetzt auch erst, dass ich das Kontaktformular mit dem Kommentarformular verwechselt haben muss. Nun habe ich _Sie_ irritiert, oder?

    War alles nicht geplant.

  9. Was mich stört, ist der Begriff Lügenpresse. Denn der geht völlig daneben. Kritik sollte zielgenau sein, aber genau das ist dieser Begriff nicht, denn „lügen“ tut weder der Spiegel, noch die FAZ usw. Es ist absurd, den etablierten Medien „Lügen“ vorzuwerfen. Ich würde den Vorwurf der Irrelevanz machen, also Irrelevanz-Presse, die leider nicht zum Lösungskern der Probleme vordringt. Mal als Beispiel die Flüchtlingskrise: Klar kann man über all die Probleme von Flüchtlingen in Europa berichteten, aber die Lösung liegt doch darin, die Ursache der Flucht zu beheben. Also sich zu fragen, warum gibt es Diktatoren die ihre eigene Bevölkerung bombardieren und hungern lassen. Der Diktator nebst seinen Strukturen muss weg. Darüber müsste man berichten.

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