Erstmal Vorweg

... ich bin Christoph Kappes, ich befasse mich seit 1993 beruflich mit dem Internet und nun schreibe ich darüber. Der digitale Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft fasziniert mich und als Jurist und Techniker, als Unternehmer und Mensch möchte ich gern analysieren und aufklären, diskutieren und vermitteln, beobachten und gestalten.

Hier ist alles im Fluss. Ich schreibe, wie ich denke. Klarheit ist das Ziel

Kultur Offener Software als Standortvorteil

Über Gemeingüter und Privateigentum, über Open und Closed Source wird zum Teil erbittert gestritten. Dieser Text zieht eine große Linie von der untergegangenen Allmende-Kultur hin zu heutiger Software-Engineering-Kultur von Open Source, die auch für Wirtschaftsunternehmen förderlich wäre. Mehr noch, der ständige Austausch von und über softwaretechnische(n) Artefakte(n) ist eines der wichtigsten Merkmale des Silicon Valley. Wo diese Kultur nicht selbstverständlich ist, steht der Umsetzung vor allem der gedankliche Dualismus von unterfinanziertem, und ethisch gutem Open Source auf der einen und „Raubtier“-Kapitalismus auf der anderen Seite im Weg.

Commons als soziale Urstruktur

Eine neue Kolumne, die sich auch an Wirtschaftsmenschen richtet, ausgerechnet über die Commons zu schreiben, ist schon eine etwas verrückte Idee. Commons, das sind Gemeingüter, die jeder unentgeltlich nutzen kann. Ihr Prototyp ist eine gemeinschaftlich genutzte Wiese oder Weide (Allmende). Gemeingüter stehen in niemandes oder in Gemeinschaftseigentum, ihre Nutzung erfolgt unentgeltlich und diese Nutzung ist meistens auch nicht rechtlich und schriftlich, sondern sozial und informell geregelt. Ein modernes Beispiel, das jeder kennt, sind Pilze im Wald. Jeder nimmt sie, und es gibt einige wenige Regeln, an die man sich zu halten hat; vor allem reißt man sie nicht mitsamt Wurzel heraus, weil das allen Pilzsammlern schadet.

Gemeingüter sind also auf den ersten Blick ein Gegenmodell zu einer privatwirtschaftlichen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, die viele „Kapitalismus“ nennen. Auf den zweiten Blick ist diese verbreitete Auffassung aber ein Kategorienfehler, denn Gemeingüter sind kein Gegenmodell, sondern einfach nur anders, und sie können gut neben privatwirtschaftlichen Formen von Eigentum existieren. Dass die eine Sache von allen genutzt werden darf und eine Person über die andere Sache die volle Herrschaft hat, ist kein Widerspruch und kann sich wirtschaftlich ergänzen.

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